Mein Leben und Ich

Mit der Trennung kam natürlich viel Neues auf mich zu. Was soll ich sagen? Ich brauchte mich auf einmal nicht mehr rechtfertigen, ich konnte das machen, worauf ich gerade Lust hatte, und wusste mehr und mehr, wer ich bin und wer ich sein möchte.

Zu dem Zeitpunkt lebte ich in einer WG mit einer guten Freundin. Nach der Trennung wusste ich, dass eine schwere Zeit auf mich zukommen würde. Und so war es. Bereits in der Trennungsphase fing ich ein Studium an. Etwas, was ich immer schon machen wollte. Damit bot sich mir die Möglichkeit aus meinem Job im Einzelhandel auszubrechen und etwas Neues zu machen – etwas, was mich erfüllt und wofür ich brenne.

Wie bereits erwähnt, machte ich den endgültigen Schritt der Trennung. Wie die Zeit danach genau aussah, möchte ich hier nicht breittreten – ich sag‘ aber eines: Es war ein sehr emotional herausfordernder und schwerer Abschnitt in meinem Leben.

In dieser Zeit standen mir meine Lieblingsmenschen stets zur Seite. Meine beste Freundin, die ich seit über 20 Jahren kenne, meine Eltern und mein bester Freund (bei dem ich im Übrigen auch das Gefühl habe, ihn seit dem Sandkasten zu kennen). Auch neue Gemeinschaften bildeten sich, die sich bis heute halten und über deren Freundschaft ich sehr glücklich bin.

Im April 2021 zog ich in meine – und ja du liest richtig – erste eigene Wohnung. Mein Nest, mein Rückzugsort und meine Wohlfühloase. Ich bin froh, dass ich mich so ausleben kann, wie ich es mir immer gewünscht habe, fern von „nein, das Bild nicht“ und „Boa, hier hängt was schief“. Natürlich sagt mir mein innerer Monk gerne etwas anderes, aber ich kann auch gut und gerne mal über die schiefen Lichtschalter und Bilder hinwegblicken. Das Gefühl voll und ganz sein eigener Herr sein zu dürfen ist einfach unbeschreiblich.

Durch den Umzug und diverse andere persönliche Dinge musste ich mein Studium für ein Jahr pausieren. Meine Gefühle dahingehend waren sehr gemischt. Zum einen tat es gut, „nichts“ zu tun und nach der Arbeit sich auch einfach mal aufs Sofa schmeißen zu können. Aber andererseits bedeutete diese Pause für mich auch Stillstand. Natürlich – ich kam nicht weiter, war noch immer unzufrieden im Job und musste dennoch pausieren.

Ein großer Punkt war meine siebenwöchige psychosomatische Rehamaßnahme im November 2021.