Vorbereitung ist das halbe Leben

So ging es also los – auf nach Bernkastel-Kues an die Mosel. Angesetzt sind fünf Wochen Klinikaufenthalt.

Aber was bedeutet es eigentlich so lange von zu Hause weg zu sein? Worum muss man sich kümmern oder was sollte man regeln?

Diese Fragen stellte ich mir und war mir sicher „Irgendwas vergesse ich sowieso“.

Mit meinen Eltern habe ich abgesprochen, dass sie auf meine Wohnung aufpassen und meine Blumen gießen. Da die beiden auch mein Auto wieder mit nach Hause nehmen, ist das auch gut behütet, während ich nicht da bin.

Aber was mache ich denn so lange ohne meine Lieben um mich herum? Allein der Gedanke ließ die Tränen in meine Augen schießen. Natürlich, telefonieren und auch mal per Videocall quatschen, aber das ist nicht das Gleiche – Umarmungen tun so gut und die würden mir über Wochen fehlen.

Von meinem besten Freund bekam ich ein ganz wichtiges Utensil: Sein Nemuneko. Kennst du diese süßen Kuscheltiere? Es ist – in dem Fall – eine grinsende, schlafende Katze. Einfach zuckersüß und seelentröstend. Ich weiß, dass er immer für mich da ist und auch wenn es ihm mal nicht gut geht, steht er mir immer zur Seite – das Nemuneko stand also ein wenig stellvertretend für ihn.

Zwei Tage nach meinem Geburtstag fuhren mich meine Eltern mit meinem Auto zur Klinik. Es war vollbeladen mit Dingen, die ich während meines Aufenthalts benötigte, darunter:

  • Nord-Walking Stöcke
  • Kleidung von wetterfest bis chic
  • Verschiedene Sorten Schuhe, man weiß ja nie, was kommt.

Das sind die materiellen Dinge, die ich mitnahm, um mich ein bisschen heimisch fühlen zu können – heimisch in einer mir fremden Welt, in einer Umgebung, die ich bisher nur auf Bildern sah, in einer Klinik, in der ich nur fremde Menschen um mich habe.

Dementsprechend war es mir ganz wichtig, auch Fotos von meinen Lieben mitzunehmen. Die hing ich dann direkt an die in meiner Zimmerwand befestigte Magnetpinnwand. „Immer bei mir“, sagte ich und lächelte.

Kleiner Tipp am Rande: Solltest du mal für längere Zeit von zu Hause weg sein, nimm Bilder oder Erinnerungsstücke deiner Liebsten mit. Es können beispielsweise auch Bilder von deinem Haustier sein. Die Hauptsache ist, dass du etwas bei dir hast, was dich an daheim erinnert und dich lächeln lässt.