Angekommen: Was kommt denn jetzt?

Die Ankunft war stressig, weil ich nicht so ganz wusste, wo ich hin musste. Aber wir schafften es dann doch noch rechtzeitig. Aufgrund der herrschenden Corona-Regelungen durften meine Eltern nicht mit auf mein Zimmer, sie verabschiedeten mich also auf dem Parkplatz vor der Klinik und schauten mir so lange hinterher, bis ich nicht mehr zu sehen war. Ich durfte direkt auf mein Zimmer – dort angekommen atmete ich tief durch und war mir noch gar nicht bewusst, was die nächsten Wochen auf mich zukommen wird.

Also packte ich erst mal meine Koffer aus und fand ein Paket, das meine Eltern mir zusammenstellten. Enthalten waren allerlei Dinge, wie eine LED-Lichterkette mit kleinen Klammern, damit ich Postkarten daran hängen konnte, ein kleines Disney-Kuscheltier, allerhand Leckereien und ein Buch, das mir dann endgültig die Tränen in die Augen trieb: ein Erinnerungstagebuch – Mama und ich. Eine wunderbare Idee, die ich mit meiner Mama umsetzen werde.

Von meiner lieben Arbeitskollegin und Freundin bekam ich an meinem vorerst letzten Arbeitstag ein selbstgestricktes Häschen geschenkt – ich taufte ihn Anton und nahm auch ihn mit auf diese Reise. Anton sitzt seitdem auf meinem Sofa daheim und zaubert mir immer ein Lächeln ins Gesicht, sobald ich den Raum betrete.

Hast du auch ein paar Dinge, die du mit auf Reisen nimmst, damit du dich nicht allein fühlst? Meines Erachtens ist das ein gutes Hilfsmittel, um sich auf die Zeit ohne seine Lieben vorzubereiten.

Aber zurück zur Ankunft – ja was soll ich sagen. Ich verspürte Überforderung, Traurigkeit, Spannung, Mut, Aufregung, Glück und Hoffnung. Meine Gefühle sprangen hoch und runter, ich wusste nicht so recht etwas mit mir anzufangen und wurde von neuen Eindrücken förmlich überrannt.

Ich wusste, diese Reha wird mir zeigen, wie ich mit meinem Verlust, meinen Gefühlen und meinen Ängsten umgehen kann. Die eigentliche Herausforderung war allerdings, sich erst einmal darauf einzulassen. Also nahm ich mir ganz bewusst vor „Ich mache alles mit, abbrechen kann ich dennoch jederzeit.“

Im Laufe des Tages flatterte der erste Behandlungsplan in mein persönliches Postfach.