Corona und die Folgen

Das leidliche Thema „Corona“ traf im letzten Jahr auch mich. Nach dreifacher Impfung ist man dennoch nicht geschützt davor, es doch zu kriegen. Irgendwie dachte ich immer, dass dieser Kelch an mir vorbei geht, aber da lag ich falsch.

Nach dem Stadtfest bekam ich plötzlich Halsschmerzen und ich merkte, dass ich etwas ausbrütete. Der Schnelltest bestätigte den Verdacht: Covid-19 hatte mich erreicht.

 Als ich das Testergebnis bekam, saß ich bei meinem besten Freund auf dem Sofa, brach in Tränen aus und wusste nichts mit mir anzufangen. Wieso? Tja, wenn ich das mal wüsste.

Ich lag acht Tage positiv auf Covid-19 getestet daheim auf dem Sofa, meine Konzentration ließ von Tag zu Tag mehr nach, ich schlief sehr viel und dennoch dachte ich, es endet nie.

Aber was diese Erkrankung und die Quarantäne wirklich mit mir machten, kann ich kaum erklären.
Gerade als ich dachte, ich hätte den schlimmsten Teil meines Lebens überstanden, kam es wie eine Lawine auf mich zu. Es überrollte und begrub mich mit all seiner Wucht unter sich.

Es ging so weit, dass ich das Gefühl hatte beobachtet zu werden, dass ich die Rollläden den ganzen Tag unten ließ und mich nicht einmal traute den Müll herauszubringen. Im Nachhinein sagte man mir, dass ich kurz davor stand eine Psychose zu entwickeln, die ich jedoch noch rechtzeitig abwenden konnte.

Die Einsamkeit, das Gefühl, ich muss alleine sein und darf niemanden an mich heranlassen, brach meine Seele erneut.

Meine Eltern kamen fast täglich, um mich mit dem Nötigsten zu versorgen und setzten sich vor mein Fenster, um mit mir zu reden. Das tat sehr gut – wog die Nähe jedoch in keiner Weise auf.

Kurz nach meiner Corona-Erkrankung merkte ich, wie ich plötzlich wieder Panikattacken bekam und dass ich immer sehr rappelig war – ich konnte nicht stillsitzen und konnte doch nicht aufstehen. Die Motivation, die Konzentration, alles ließ nach – ich befand mich, mal wieder, in einer Depression. Mein Dämon hatte wieder die Oberhand.

Da die erste Abgabe für die Uni anstand, machte ich mir dahingehend große Sorgen, die Aufgabe nicht zu schaffen, da ich mich nicht für zwei Stunden konzentrieren konnte, um einen halbwegs guten Text auf die Beine zu stellen. Doch es kam anders, innerhalb der letzten vier Tage vor der Abgabe konnte ich den Text fertigstellen und wurde mit einer 1 benotet. Das pushte mich wieder und ich gab nicht auf.

Wie ich bereits erwähnte, bestand ich den Kurs mit Auszeichnung und bin sehr stolz darauf. Allerdings hat auch das seinen Preis. Während ich mich im Stress zwischen Uni und Arbeit befinde, läuft alles super, heißt: Ich verdränge, was das Zeug hält. Fällt der Stress ab, kommt alles wieder.

Dementsprechend ging das letzte Jahr eher schleppend zu Ende – mit vielen negativen Gefühlen und Gedanken.