Machen ist wie träumen, nur krasser

An dem Wochenende, an dem das Portfolio abgegeben werden musste, war ich auf einem Kurztrip in Frankreich – meine Eltern hatten mir einen Ausflug ins Disneyland Paris geschenkt. Meine Mama, meine Nichte und ich waren vier Tage dort.

Als ich durch die Eingangstore ging, war ich plötzlich in einer anderen Welt, in einer Welt ohne Sorgen, unbeschwert und einfach leicht. Wann habe ich mich das letzte Mal so gefühlt? Ich schätze als Kind, als ich mir noch nicht im Klaren war, wie grausam diese Welt sein kann.

Unsere Eltern haben uns so gut es ging von allen schlimmen Dingen ferngehalten, uns keine „bösen“ Filme schauen lassen, damit wir keine Alpträume kriegten, die Nachrichten meist geschaut, wenn wir in der Schule waren – einfach unsere Ängste genommen. Aus heutiger Sicht betrachtet, wurden immer mehr dieser Dinge real, je älter ich wurde. Natürlich, das ist nun mal der Lauf der Dinge – so werden wir auf das Leben vorbereitet. 

In einer Zeit, in der wir gerade leben, wo Krieg und Leid nicht mehr weit weg sind, schlimme Krankheiten unseren Alltag bestimmen und wir größtenteils nur noch funktionieren, vergessen wir oft, wie unbeschwert wir als Kinder waren.

Wenn du dich daran erinnerst, wirst du merken, wie wohlig warm dir ums Herz wird – zumindest ging es mir so.

Disney war ein Großteil meiner Kindheit. Wunderbare Erinnerungen, Happy Ends und schöne Geschichten von Freundschaft und Liebe. Als ich also dastand, vor dem großen Dornröschen-Schloss in einer riesigen Menschenmasse, wurde mir plötzlich klar, dass es sich lohnt zu träumen.

Es waren sehr emotionale Momente dabei, in denen ich mich mit unglaublicher Freude an meinen ersten Kino-Film „Der König der Löwen“ erinnerte oder an meine Performance als „Arielle“, was meine Mama gerne erzählt. Diese Geschichten lassen mich lächeln und mich ein wenig meine Sorgen vergessen.

Und doch weiß ich, dass ich als Erwachsene nie wieder so unbeschwert und leicht wie als Kind sein kann – da ist ja schließlich noch die Realität.

Dass ich gerade auf dem Weg bin, mein Leben noch weiter umzukrempeln, ist mir durchaus bewusst. Und dennoch möchte ich weiter träumen. Dabei werde ich mein Ziel aber niemals aus den Augen verlieren.

Ich kann, ich will, ich werde!