Neues Jahr, neue Chancen

Vor ein paar Jahren ging ich mit meiner besten Freundin durch einen Laden, in dem Sprüche-Karten verkauft wurden. Diese Ständer ziehen mich magisch an, also blieb ich stehen und suchte mir ein paar passende Sprüche heraus. Entweder für mich oder zum Verschenken. Als ich da so stand, strecke meine Freundin mir plötzlich eine Karte mit den Worten „Ändere nicht dein Leben, lebe dein Ändern“ entgegen. Erst wusste ich nicht so recht, was sie mir damit sagen möchte, aber später begriff ich, dass sich viele meiner Gedanken darum drehen „was andere wohl von mir denken“ – wenn ich im Nachhinein so darüber nachdenke, stellen sich mir die Nackenhaare auf.

Kaum zu glauben, aber wahr – diese kleine Geste, diese Karte, die mir meine beste Freundin schenke, half und hilft mir noch immer, das Ändern zu leben, so wie ich es gerne hätte.

Früher war ich oft verloren in jenem Gedanken, was denn andere von mir denken könnten. Autsch – es ist im Grunde egal, was die Leute denken, solange sie deine Meinung und dein Leben, wie du es dir aufgebaut hast, akzeptieren. Tun sie dies nicht, sorry, aber dann sollte man sich überlegen, ob das wirklich die Menschen sind, die in das eigene Leben gehören.

Aber wieso neue Chancen?

Um mich ein bisschen mehr von diesen Menschen abzukapseln, die mir immer dieses Gefühl gaben, mich rechtfertigen, oder mich „mal normal verhalten“ zu müssen, ging ich Anfang dieses Jahres den Schritt und stieg aus der WhatsApp-Gruppe mit ein paar netten Worten aus. Das hört sich banal an, ist es aber nicht. Dieser Text und das endgültige Austreten aus der Gruppe waren für mich sehr wichtig. Ich merkte immer mehr, dass ich keine Gemeinsamkeiten mehr mit ihnen teile und dass mir die Gesellschaft mit ihnen im Grunde nur zeigt, dass ich bei ihnen nicht die sein kann, die ich bin.

Versteh‘ mich nicht falsch, ich bereue die Zeit mit diesen Menschen nicht, denn auch das prägte mich und zeigt mir jetzt, wie sehr ich mich verstellt und veränderte, um in diese Gruppe zu passen. So möchte ich nicht mehr sein.

Ein paar der Leute kenne ich seit über 20 Jahren, natürlich war es kein unüberlegter, leichter Schritt für mich, aber ich wählte ganz bewusst diesen Zeitpunkt. Es sollte der 01.01.2023 sein, an dem ich mich von dieser Gruppe trenne und somit mehr und mehr zu dem Menschen werde, der ich sein möchte.